Stifter Dr. Ludwig Bölkow

Dr. Ludwig Bölkow wurde vor allem wegen seiner industriellen Verdienste gewürdigt. Er gründete die Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH und initiierte unter anderem den Europäischen Airbus. Ludwig Bölkow wurde stark geprägt von den Energiepreiskrisen der 1970er Jahre und dem Gedanken an die Endlichkeit der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas. Die Arbeiten des Club of Rome beeinflussten sein Engagement ebenso wie die beginnende Diskussion um drohende Klimaveränderungen, die Risiken der Atomenergie, und die Endlichkeit der Uranvorräte.
Bölkow begriff dies als eine Herausforderung für die Gesellschaft, aber insbesondere an die Ingenieure. Er sah darin die große Zukunftsaufgabe für die Naturwissenschaftler, Ingenieure und Techniker, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Lösung der Probleme zu leisten, für deren Entstehung die von ihnen entwickelten Techniken mitverantwortlich sind.

 

Vita

Ludwig Bölkow, geboren 1932 in Schwerin, studierte nach einer Ausbildung zunächst Maschinenbau mit Fachrichtung Flugzeugbau in Berlin-Charlottenburg. Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitarbeiter bei Willy Messerschmitt in Augsburg, Wien und Oberammergau. Nach der Geburt von Sohn Ludwig, arbeitete er zunächst bei der Baufirma Kübler AG und Bossert in Stuttgart, ehe er 1948 sein eigenes Ingenieurbüro eröffnete. Die Bölkow-Entwicklungen KG in Stuttgart-Degerloch entwickelte diverse Patente und Konstruktionen zum Fertigbau sowie der Entwicklung moderner Faserverbundwerkstoffe. Bölkow war vorrangig in der Luftfahrt- und Wehrtechnik aktiv.
1958 verlegte er den Sitz seiner Firma von Stuttgart nach Ottobrunn und gründete im Jahr darauf die
Arbeitsgemeinschaft „Entwicklungsring Süd“ (Arge EWR) durch die Bölkow-Entwicklungen KG, die Ernst Heinkel Flugzeugbau GmbH und die Messerschmitt AG.

1968 fusionierte die Bölkow GmbH mit der Messerschmitt AG, daraus entstand die Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) GmbH. 1982 gründete Bölkow die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (bzw. der Vorläuferfirma Energie-Agrar-Transport GmbH), ehe er 1983 die Ludwig-Bölkow-Stiftung gründete.

Ludwig Bölkow war dreimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Ehefrau Annerose stammt Sohn Ludwig. Bölkow verstarb am 25. Juli 2003 in Grünwald bei München.

Mehr über unseren Stifter können Sie in der Festschrift „Von der Vision zur Realität“ anlässlich seines 100. Geburtstages erfahren.

 

 Auszeichnungen

1952│Ehrenring Verein Deutscher Ingenieure

1969│Bayerischer Verdienstorden│Diesel-Medaille in Gold

1972│Verleihung des Ludwig-Prandtl-Rings der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)│Werner-von-Siemens-Ring│Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1974│Verleihungsurkunde zum Dr.-Ing. E.h. der Technischen Hochschule Stuttgart

1978│Goldmedaille der Royal Aeronautical Society, London

1984│Verleihung des Goldenen Ehrenrings des Deutschen Museums│Bayerischer Maximilianssorden für Wissenschaft und Kunst

1985│Verleihung der Grashof-Gedenkmünze des Vereins der Deutschen Ingenieure

1986│Verleihung der Goldenen Peutinger-Medaille für die Verdienste um die Einführung alternativer Energiequellen

1987│Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland│Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität der Bundeswehr, München/Neubiberg

1994│Verleihung der Guggenheim-Medaille in Washington│Verleihung des Mentor-Preises der Mannheimer Versicherung

1998│Goldene Ehrenmünze der Stadt München

1999│Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

2000│Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt Schwerin

2003│Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

 

Bildergalerie

Fotos: © Ludwig-Bölkow-Stiftung