Leindotter: Fast vergessener Alleskönner

Leindotter ist ein Kreuzblütengewächs, das als Wild- und Kulturpflanze insbesondere in Süd- und Mitteleuropa beheimatet ist. Die Geschichte des Leindotters als Kulturpflanze begann bereits in der Jungsteinzeit. Die Aussaat der genügsamen Pflanze erfolgt als Sommerfrucht von März bis April und wird nach drei Monaten im Juli und August geerntet. Leindotter ist relativ anspruchslos und zeigt sich sowohl gegenüber Trockenheit also auch bei Frost überaus tolerant.

Treffen der Leindotter-Initiative am 8. November 2018 in Nürnberg

Termine für die Feldbegehungen

Es finden im Rahmen von Informationswochen Feldbegehungen für interessierte Landwirte und Verbraucher statt. Ziel ist es, Informationen über den Anbau, die Verwendung und den ökologischen Nutzen von Leindotter zu geben. Die Begehungen dauern in der Regel etwa zwei Stunden. Vorherige Anmeldung erbeten.

Aktuelle Termine finden Sie direkt bei der Leindotter-Initiative.

Förderung des ökologischen Gleichgewichts

Die Pflanze eignet sich hervorragend zum Zwischenfrucht- und Mischkulturanbau. Im Mischkulturanbau zeigt die Pflanze ein hohes Anpassungsvermögen an die Hauptfrucht, was sie zur perfekten Kavalierspflanze macht. Die Blüten des Leindotters bieten insbesondere für blütensuchende Insekten wie Bienen und vor allem Wildbienen eine wertvolle Nahrungsquelle.

In unseren Breiten werden die ausgepressten Samen (Ölkuchen) insbesondere als Futtermittel verwendet. Der Ernährungsbereich wird derzeit erschlossen. Das Öl der Leindotter-Samen enthält besonders viel gesundheitsfördernde, ungesättigte Fettsäuren (v.a. Omega-3). Daneben findet Leindotter-Öl in der Farbenindustrie sowie in begrenztem Umfang als Kraftstoff in der Landwirtschaft Verwendung.

Mehr Informationen zum Leindotter gibt es hier.

 Zurück auf die Felder

Die Ludwig-Bölkow-Stiftung möchte gemeinsam mit Netzwerkpartnern und anderen Stiftungen diese alte Kulturpflanze mit ihren vielfältigen Vorzügen wieder auf die Felder zurückbringen.

So wurde im Oktober 2014 auf Initiative des Stiftungsratmitglieds Thomas Kaiser auf den Imkertagen in Donaueschingen die Leindotter-Initiative ins Leben gerufen. Aufgrund des steigenden Interesses wurde am 6. Februar 2017 in Nürnberg in den Räumen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) eine Netzwerk-Koordinationsgruppe ins Leben gerufen. Ziel der Netzwerk-Initiative ist, es eine gemeinsame Plattform zu schaffen, um Varietäten, Sortenzüchtung, Anbau und Vermarktung der alten Kulturpflanze Leindotter voranzubringen. Insbesondere soll eine Brücke geschlagen werden zwischen naturnaher Landwirtschaft mit Mischfruchtanbau ohne Pestizideinsatz und kulturnahem Naturschutz. Dazu wird bei der Auswahl der Pflanzen auf möglichst ganzjährige, insektenfreundliche Blütentracht und für Wildbienen geeignete Bedingungen geachtet.

>> Zur Webseite der Leindotter-Initiative

Flyer der Leindotter-Initiative – Zum vergrößern oder drucken klicken.

Gründungsmitglieder der Initiative sind Organisationen und Einzelpersonen aus den Bereichen Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung, Imkerei und Forschung. Hier geht’s zu den beteiligten Verbänden.

Bildergalerie

Fotos: © Ludwig-Bölkow-Stiftung