Feinstaub und Stickoxide sind normalerweise nur in geringer Konzentration in der Außenluft vorhanden. Feinstaub entsteht vor allem durch unvollständige Verbrennung von Erdöl- und Kohleprodukten wie Hausbrände oder den Abrieb von Autoreifen. Auch nanoskalige Teilchen (z.B. Asbestfaserstaub) können Feinstaub verursachen. Die Substanzen können in die Lunge gelangen und die Gesundheit schädigen. Insbesondere in Großstädten, wo die Belastung besonders gravierend ist, kann Stickoxid und Feinstaub zu Atemwegsreizungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischer Bronchitis bis hin zu einer erhöhten Sterblichkeit und verkürzter Lebenserwartung führen. Allein in Deutschland sterben jährlich schätzungweise 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Feinstaubbelastung.

 

Kampagne für saubere Luft

Auch im Münchner Stadtgebiet herrscht dicke Luft: Die Stickstoffdioxidbelastung war hier im Jahr 2015 an einigen Messpunkten mit durchschnittlich 84 Mikrogramm pro Kubikmeter mehr als doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert der Europäischen Union von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Im Rahmen der Kampagne #MucOhneMief der Green City e.V. hat die Ludwig-Bölkow-Stiftung im Herbst 2016 zwei Monate lang die Messung der Stickoxidkonzentration an 50 unterschiedlichen Messpunkten in München mit Passivsammlern gemessen. Im Frühjahr 2017 erfolgt die Auswertung.

Lesen Sie hier den Kurzbericht zum Stand der Stickoxid-Messungen. Den ausführlichen Endbericht können Sie hier herunterladen. Den Anhang zum Endbericht mit Detaildaten zu den einzelnen Messstandorten senden wir Ihnen auf Anfrage an info@ludwig-boelkow-stiftung.org gerne zu.

 

Pressetermin mit Green City und Münchner Stiftungsfrühling

Die Ergebnisse der Messungen und der Endbericht wurden am 24. März im Rahmen einer Pressekonferenz in München vorgestellt. Ebenfalls am 24. März 2017 um 16 Uhr fand in der BMW Welt anlässlich des Münchner Stiftungsfrühlings 2017 ein Vortrag über die Auswertung der Stickoxidmessungen statt.

 

Neuere Bewertungen und Messungen von Stickstoffdioxid in München und Umgebung

Im Sommer 2017 hat das Bayerische Landesamt für Umweltfragen einen offiziellen Straßenplan von München mit gerechneten NO2-Konzentrationen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Dort werden die vielen Grenzwertüberschreitungen bestätigt. Die Karte und weitere Informationen findet man hier. Ab 1. Januar 2018 wird in der Stadt München an 20 Straßenabschnitten mit Passivsammlern die NO2-Konzentration überwacht. Die ausgewählten Straßenabschnitte können der Bekanntgabe in der Sitzung des Umweltausschusses vom 5.12.2017 entnommen werden.

Die Ludwig-Bölkow-Stiftung misst seit April 2017 an wenigen Stellen in München jeweils den Monatsmittelwert. Die bisher ermittelten Werte sind in der folgenden Abbildung dargestellt. Insbesondere die Messstelle am Oskar-von-Miller-Ring zeigt deutlich erhöhte Werte, wenn man unterstellt, dass die Messung in einem Abstand von ca. 15 Metern zur Hauptstraße an einer Hauswand in ca. 4 Meter Höhe durchgeführt wird.

Monatsmittelwert und bisheriger Durchschnittswert an von der Ludwig-Bölkow-Stiftung in München eingerichteten Messstellen. Die Messung erfolgt mit Passivsammlern und wird monatlich aktualisiert.

Die Ludwig-Bölkow-Stiftung hat auch für die Gemeinde Gröbenzell eine stichprobenartige Messung über 2 Monate durchgeführt. Den Endbericht können Sie hier ansehen.

Im Dezember 2017 hat auch der SWR in Baden-Württemberg an vielen Stellen im ländlichen Raum mittels Passivsammler die Konzentration von NO2 erhoben. Hier geht’s zu den Messergebnissen.